Impressumspflicht auf Social Media-Kanälen – So bist Du auf der sicheren Seite

von | 20.08.2012 um 09:40:13 | 2 Kommentare | Social Media

Eine neue Abmahnwelle rollt momentan über Deutschland, denn laut dem Telemediengesetz ist jedes kommerzielle Onlineangebot verpflichtet, ein Impressum aufzuführen. Dazu gehören auch die wichtigsten Social Media Kanäle wie Facebook, Google+, Twitter, YouTube und Blogs. Ich zeige euch in diesem Artikel, wie ihr am besten ein Impressum in diese Kanäle integriert um eventuelle Abmahnungen zu umgehen.

 

 

Das müsst ihr generell bei einem Impressum beachten

Rechtssicheres Impressum

Euer Impressum muss rechtssicher sein und alle Angaben beinhalten, die für eure Unternehmensform und Tätigkeit notwendig sind. Als Basis hierfür kann der kostenlose impressum-generator.de dienen.

 

Auf ein Impressum verlinken

Am besten lagert ihr euer Impressum auf einer externen Webseite aus und verlinkt direkt darauf von euren Social Media Kanälen. Dadurch müsst ihr stets nur eine Seite aktuell halten. Generell sollte dieser Link „sprechend“ sein, dies bedeutet, Nutzer müssen sofort erkennen können, dass der Link auf ein Impressum führt. Dabei könnt ihr ruhig einen URL-Shortener wie bitly.com verwenden, durch Customizing generiert ihr kurze und eindeutige Links wie z.B. bit.ly/impressum_meinunternehmen

 

Leichte Erkennbarkeit und die „Zwei-Klick-Regel“

Nutzer müssen vom Wortlaut her sofort erkennen können, wo sich bei euch ein Impressum „versteckt“. Zudem muss es immer „unmittelbar erreichbar“ sein. In der Praxis hat sich dabei die sogenannte „Zwei-Klick-Regel“ durchgesetzt. Dies bedeutet, auf euren Social Media Kanälen muss von jeder Seite aus das Impressum mit maximal zwei Klicks zu sehen sein.

 

 

Facebook

Fakt ist, momentan bietet Facebook keine Möglichkeit, ein 100% rechtssicheres Impressum in eine Seite einzubauen. Der Grund hierfür liegt einerseits an der offiziellen Facebook App für mobile Geräte, die gewisse Teile einer Seite, wie z.B. eigen-programmierte Tabs, nicht anzeigt. Andererseits entschied ein Gericht, dass der Link „Info“ zum Info-Tab auf der Chronik gegen die leicht Erkennbarkeit (siehe oben) verstößt. Trotz allem sollte man auf jeden Fall auf ein Impressum verlinken. Dazu sind drei Stellen möglich:

 

1. Im Info-Text unter dem Profilbild auf der Chronik

2. Im Info-Tab

3. Auf einem eigen-programmierten Tab namens „Impressum“

 

Dabei gilt, je mehr Stellen, desto besser. Es sollte aber auf jeden Fall Position 1. und 2. bedient werden!

 

Zwei mögliche Platzierungen des Impressumlinks auf einer Facebook Seite: Links Info-Text auf der Chronik, rechts Info-Tab.

 

 

Google+

Google+ bietet auf privaten Profilen den Reiter ”Über mich”. Ein Gericht entschied 2007, dass der „mich“-Bereich auf ebay klar erkennbar für eine mögliche Platzierung des Impressums ist. Deswegen kann davon ausgegangen werden, dass ein Impressumslink in Google’s „Über mich“-Bereich alle Voraussetzungen erfüllt. Leider wurde aber dieser Reiter auf den geschäftlichen Profilen in “Info” umbenannt, und somit herrscht hier die selbe Problematik wie auf Facebook Seiten (siehe oben). Trotzdem sollte hier der Impressumslink eingefügt werden, am besten in das Feld “Intro”.

 

 

 

Twitter

Bei Twitter bieten sich zwei Positionen für den Link zu eurem Impressum an: Entweder im „Bio“-Text oder im Website-Link-Feld. Bei Verwendung im „Bio“-Bereich bietet sich vor allem der Gebrauch eines Link-Shorteners an, da hier die Zeichenmenge auf 160 beschränkt ist. Am besten schreibt man hier zuerst seinen normalen Bio-Text, gefolgt vom Wort „Impressum:“, dahinter dann der gekürzte Link.

 

 

 

 

 

 

YouTube

Auf YouTube sollte der Impressumslink im „Über“-Bereich in der rechten Spalte des Profils platziert werden. Hier sollte man die Link-Felder nutzen (“Neuen Link hinzufügen”), da das “Über”-Beschreibungsfeld keine Links generiert. Einfach einen neuen Link dazufügen und dafür den Titel “Impressum” vergeben.

 

 

 

 

 

 

 

Blogs

Blogs bieten in der Regel die Möglichkeit, neben der typischen Hauptseite, eigene Unterkapitel zu integrieren. Baut daher einfach im Blog eine eigene Impressumsseite auf, welche den Link beinhaltet und nennt das Kapitel „Impressum“.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit

Gerade bei der Platzierung des Impressums wird deutlich, dass die meisten Social Media Kanäle aus den USA stammen und sich manchmal nur sehr schwer mit dem deutschen Telemediengesetz vereinbaren lassen. Trotzdem ist es wichtig, so gut wie möglich die Impressumspflicht zu erfüllen, um eventuellen Abmahnungen von Konkurrenten entgegentreten zu können.

 

Weitere rechtliche Stolpersteine findet ihr in meinem Artikel „Social Media Marketing und Recht: 6 große Irrtümer“.

 

2 comments on “Impressumspflicht auf Social Media-Kanälen – So bist Du auf der sicheren Seite

  1. Marielle Hähnel on said:

    Hallo Joe,
    vielen Dank für Deinen Post!
    Hast Du eventuell noch einen Tipp für Pinterest? Genügt die Angabe des Impressum-Links hier in der Kurzbeschreibung wie z. B. im Porschechannel (http://pinterest.com/porsche/) oder muss der Link für jedes Board angegeben werden?
    Danke und viele Grüße,
    Marielle

    • Hallo Marielle,

      interessante Frage, und wie ich sehe, haben sich noch nicht viele Leute mit diesem Thema beschäftigt.

      Ich würde, um sicher zu gehen, den Impressumslink in jede Board-Beschreibung mit einfügen, da es von diesen Seiten nicht wirklich einen für den Nutzer eindeutigen Link zur Hauptseite gibt. Problematisch bei Pinterest ist es jedoch, dass Links in den Beschreibungstexten nicht als anklickbar angezeigt werden, was gegen die „Zwei-Klick-Regel“ verstößt. Es scheint also auch bei diesem Kanal keine 100% Lösung zu geben.

      Deswegen: besser das Impressum zu “oft” aufführen, als zu wenig.

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