Das Businessmodell

Die Entwicklung einer Online-Plattform, die diese Nachfrage sättigen konnte, kostete viel Geld. Die ersten Zeilen Code entwickelte man mit sehr begrenzten Ressourcen. Entwickler waren damals Mangelware und die notwendige Hardware sehr teuer.
Venture Capital war das Zauberwort, das überall im Markt umher geisterte.  Jeden Tag hörte man von neuen, kaum bekannten Firmen, die eine große Finanzierungsrunde mit bekannten oder unbekannten Investoren auf die Beine gestellt hatten. Ein Businessplan war schnell geschrieben, die Geschäftsidee schien revolutionär. 

So sahen es auch gleich die zweiten Investoren, denen man das Konzept vorlegte. Nach drei Monaten waren die Verhandlungen abgeschlossen und die Verträge lagen auf dem Tisch zur Unterschrift bereit. 5 Mio. DM standen im Februar 2000 für die Realisierung der Online-Plattform zur Verfügung. Das Projekt „populariX“ konnte endlich starten, denn so sollte die Plattform zur Online-Werbeerfolgskontrolle heißen.

Im Frühjahr 2001 platzte dann die Internetblase. Boo.com ging pleite und Stimmen in den USA meinten, keine der Startup-Firmen sei das Geld ihrer Investoren wert. Schlagartig, von heute auf morgen, war der Online-Markt tot. Nichts ging mehr! Jeder lächelte nur noch über die naiven Firmengründer, die sich "lebensmüde" in dieses Internet-Abenteuer gestürzt hatten. Auf der Webseite Dotcomtod überschlugen sich die Gerüchte. Gleich morgens las man schon, wen es als Nächsten treffen würde.

populariX, die Plattform für Online-Werbeerfolgskontrolle, die man bereits über ein Jahr entwickelt hatte, war nur partiell fertig. Für die Online-Marketing-Agentur reichte es bereits, um damit zu arbeiten, aber Lizenzen verkaufen konnte man nicht. 

2001 war eine schwierige Zeit für die verbliebenen Internetunternehmen. Aus den entstandenen Problemen gab es nur einen Ausweg: Wenn kein Kunde bereit ist, Honorare, Lizenzen oder Werbebudgets zu zahlen, wenn Marketingabteilungen keine Budgets mehr hatten, dann blieb nur noch der Weg über den Vertrieb. Erfolgsprämien waren kein Problem, denn für den konkreten Erfolg zahlten viele Unternehmen gerne. Weiterlesen...